Sagard im Rügen-Lexikon

Die Gemeinde Sagard im Landkreis Rügen auf der Insel Rügen ist der Sitz des am 1. Januar 2005 neu gebildeten Amtes Nord-Rügen. Die Gemeinde befindet sich rund 16 Kilometer von Bergen auf Rügen entfernt und sieben Kilometer von Sassnitz. Sie grenzt im Südwesten an den großen Jasmunder Bodden sowie an den Nationalpark Jasmund. Erstmals erwähnt wurde Sagard im Jahre 1250 unter dem Namen „Zagard". Dieser Name entstammt dem Salwischen und bedeutet übersetzt Einfriedung oder auch Burgort. Angelehnt ist der Name auf einen slawischen Burgwall, der sich hier im 12. Jahrhundert befunden hat. Bereits im Jahre 1750 begann man hier mit dem Kurbetrieb und um 1795 eröffnete der Pastor Heinrich Christoph von Willich und ein Bruder hier eine Brunnen-, Bade- und Vergnügungsanstalt, die sehr viele Besucher anzog. Bis etwas 1830 erfolgte in dieser Einrichtung der Badebetrieb, an den heute nur noch der Flurname „Brunnenau" erinnert. Der historische Ortskern von Sagard wurde ab 1991 im Rahmen der Städtebauförderung umfangreich saniert, sodass sich das einst sehr verfallene Stadtbild sehr zum positiven verändert hat. Sagard hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie die Backsteinkirche St. Micheal, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Des Weiteren ist das Hügelgrab „Dobberworth" sehr interessant, dass aus der Bronzezeit stammt. Auch die aufgelassene Kreidebrücke bei Quoltitz und der Martinshafen in Sagard sind sehr sehenswert und immer einen Besuch wert. Zu dieser Gemeinde gehören die Ortsteile Groß Volksitz, Gummanz, Marlow sowie Neddesitz. Seit den 1990er Jahren befindet sich in Neddesitz die Jasmund-Therme und eine sehr große Ferienanlage der Hotelgruppe Steigenberger.

Die St. Michael Kirche in Sagard

Die spätromanisch/gotische Backsteinkirche St. Michael befindet sich in Sagard auf der Halbinsel Jasmund auf Rügen. Sie ist die viertälteste Kirche auf Rügen und wurde um 1210 gebaut. Entstanden ist damals eine einschiffige Hallenkirche, die keinen Turm hatte. Der romanische Chor wurde um 1400 abgerissen und durch einen gotischen Chor ersetzt, der bis heute erhalten geblieben ist. Des Weiteren baute man eine Kapelle im Süden der Kirche, eine Sakristei und auch das Nordschiff wurde angebaut. Der heute sichtbare quadratische Turm wurde um 1500 gebaut und das Hauptschiff hat man zu dieser Zeit mit einem gotischen Gewölbe versehen. Die Südkapelle hat man zum Ende des 18. Jahrhunderts teilweise abgerissen und zu einem barocken Südschiff umgebaut. Allerdings ist die St. Michael Kirche in Sagard nicht nur von außen ein Schmuckstück, sondern auch von innen sehr sehenswert. So erstrahlt sie von innen ganz in weiß und hat zwei Beichtstühle, die aus der Zeit Schwedisch- Pommerns stammen. Der barocke Altar wurde vom Holzbildhauer Elias Kessler im Jahre 1726 gebaut. Neben dem Altar befindet sich ein Wandschrank, der aus drei Teilen besteht und aus der Zeit um 1450 stammt. Er hat bezaubernde Blumenmalereien, die um 1800 aufgemalt wurden. Die Kanzel, der Taufständer und auch die Orgelempore stammen aus der Zeit um 1830. Die Orgel besteht aus zwei geschossen und wurde vom Orgelbauer Christian Kindten 1796 gebaut. Sie ist die größte Barockorgel auf ganz Rügen und wurde von 2003 bis 2004 für fast 225.000 Euro restauriert. Des Weitere sehr sehenswert ist der Korpus einer Triumphkreuzgruppe, der im 15. Jahrhundert entstanden ist.

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Text (c) 2017: C. H.

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