Bobbin im Rügen-Lexikon

Bobbin befindet sich auf der Ostseeinsel Rügen und gehört zur Gemeinde Glowe. Die Stadt befindet sich in der direkten Nähe des Tempelberges. Von diesem 60 Meter hohen Berg hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Großen Jasmunder Bodden im Westen. Von hier aus kann man an einem wolkenlosen und klaren Tag bis zu den Leuchttürmen der Insel Hiddensee und bis zum Kap Arkona schauen. In nördlicher Richtung vom Bobbiner Oberdorf liegt eine Kiesgrube, die von Sanddorn bewachsen ist. Charakteristisch für diese Region ist die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen. Erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde Bobbin im Jahre 1250. Neben einer sehr beeindruckenden Landschaft hat Bobbin auch einige touristische Highlights zu bieten, wie die Kirche St. Pauli. Sie befindet sich auf einer Anhöhe und ist die einzige Feldsteinkirche, die auf der Insel Rügen noch erhalten geblieben ist. Fertiggestellt wurde sie um 1400 und hat in ihrer unmittelbaren Nähe einen Friedhof, auf dem sich ein Gruftbau aus dem Jahre 1782 befindet. Des Weiteren gibt es hier 56 gut erhaltene Grabwangen, die aus der zeit zwischen 1755 und 1884 stammen. Seit dem Jahre 2006 gehört die Kirche St. Pauli zu der Kirchengemeinde Altenkirchen und ist ein Teil der evangelischen Kirche von Stralsund. Die Kirche war im 15. und auch im 16. Jahrhundert eine der Rügener Wallfahrtskirchen. Den Besuchern und Wohltätern der Kirche verlieht der Papst Bonifatius IX. den Ablass. Eine weitere Sehenswürdigkeit in Bobbin, die man in keinem Fall verpassen sollte, ist das nahegelegene Schloss Spyker, dass nach der politischen Wende auf Rügen, ab dem Jahre 1992 durch die Städtebauförderung sehr umfangreich saniert wurde.

Die Kirche St. Pauli in Bobbin

Die St. Pauli Kirche befindet sich im Ortsteil Bobbin und ist die einzige Feldsteinkirche auf Rügen, die noch erhalten geblieben ist. Sie gehört als Teil des evangelischen Kirchenkreises Stralsund seit 2006 zu der Kirchengemeinde Altenkirchen. So, wie sich die Kirche heute präsentiert, wurde sie vermutlich um 1400 fertiggestellt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich hier vorher ein anderer Bau befand, wobei man auf ein heidnisches Heiligtum tippt, dass dann konvertiert wurde. Darauf lässt der Name schließen, denn in der Apostelgeschichte 9 weist der namensgebende Apostel Paulus bereits darauf hin. Zudem wurde der Ort im Jahre 1250 als Besitz des Klosters Bergen bezeichnet. Als die Kirche gebaut wurde, baute man das Schiff und den Chor sowie die Sakristei. Der Kirchenturm wurde erst rund ein Jahrhundert später gebaut und das Leichenhaus legte man im 16. Jahrhundert an. Im 17. Jahrhundert baute man dann schließlich den Aufgang zu Patronatsloge. In den Jahren 1954 und 1955 wurden das Innere der Kirche erneuert und auch einen neue Flachdecke eingezogen. Das Dach, dass ursprünglich mit Schiefer gedeckt war, hat man im Jahre 1971 runderneuert. Das älteste Stück in dieser Kirche, die im 15. und im 16. Jahrhundert eine Wallfahrtskirche war, ist der Taufstein. Er stammt höchstwahrscheinlich aus dem Jahre 1300. Kurz nach 1400 entstand der Sakralschrein, der sich in einer Nische in der Südwand der Sakristei befindet. Der Schrein ist sehr kunstvoll bemalt und war einst der Aufbewahrungsort der Hostien und der Monstranz. Auf der Innenseite der Türen hat man eine Kreuzigungsgruppe dargestellt. Nur noch teilweise erhalten geblieben sind die Grabplatten sowie eine Schranktruhe aus dem Jahre 1600.

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Text (c) 2017: C. H.

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