Wissower Klinken im Rügen-Lexikon

Die Wissower Klinken waren einst eine Kreideformation, die sich im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen befanden. Sie waren über einen sehr langen Zeitraum hinweg die Touristenattraktion überhaupt. Am 24. Februar des Jahres 2005 rutschen die beiden, bis zu 20 Meter hohen Hauptzinnen, in das Meer. 50.000 Kubikmeter Kreide wurden dabei in die Ostsee gerissen, sodass von der ursprünglichen Felsformation nur noch sehr wenig übrig geblieben ist. Verantwortlich dafür war die Meeresbrandung, die ständig die Küstenlinie in ein neues Gesicht taucht. Auch der Druck von eiszeitlichen Ablagerungen aus dem Landesinneren sorgten für den Abrutsch. Nach dem Einsetzen des Tauwetters sprengte gefrorenes Niederschlagswasser die Felsmassen ab. Mit dem Abbruch hatte man allerdings bereits gerechnet, denn im Jahre 2004 fand man sechs Risse, von denen sich einige schon vorher verbreitert hatten und 1000 Kubikmeter Kreide eine Woche vor dem großen Abbruch ins Meer stürzen ließen. Besonders beliebt sind die Wissower Klinken bei Freunden des Wanderns, denn man kann sie über einen sehr interessanten Hochuferweg durch die Buchenwälder von Jasmund erreichen.

Immer wieder wird angenommen, dass der Maler Caspar David Friedrich die Wissower Klinken auf seinem bekannten Gemälde verewigte. Dies ist jedoch nicht ganz korrekt, denn um 1800 waren die Wissower Klinken noch mit Gras bewachsen. Erst dann setzt die Erosion ein und gaben den Klinken ihr jetziges, überaus interessantes, Aussehen. Besichtigen kann man dieses Naturdenkmal jederzeit. Zusätzlich werden in der Zeit von März bis Oktober täglich ab 11 Uhr kostenlose Führungen von der Nationalparkwacht Jasmund angeboten.

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Text (c) 2017: C. H.

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