Gesundbrunnen im Rügen-Lexikon

Die Gesundbrunnen Anstalt in Sagard eröffnete im Jahre 1795 und war der erste Badeort auf Rügen. Durch diese Anlage, die bis 1830 im Betrieb war, wurde der Grundstein für den Heilbadbetrieb auf Rügen gelegt. Eine Art Badebetrieb gab es in Sagard bereits zur Mitte des 18. Jahrhunderts, denn es gab eisen-, kalk- und kohlensäurehaltiges Wasser, dass durch die Brunnenaue floss und von elf Quellen gespeist wurde. Pastor Christoph von Willich ließ eine Quelle, die sich auf einem kirchlichen Grundstück befand, reinigen und einfassen und legte ein Badehaus sowie Ruhezonen und Wege an. Sein Bruder, Dr. Moritz von Willich, förderte den Badebetrieb indem er zwei Werbeschriften verfasste. Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung zählte der Badebetrieb mehr als 100 Kurgäste, die vor allem aus den adeligen Familien bestanden. Auch Beamte aus Stralsund und Greifswald ließen es sich hier gut gehen.

Das Badehaus verfügte über ein Zimmer für warme Bäder und eines für ein Sturzbad. Des Weiteren gab es zwei Räume für warme und kalte Spritz-, Tropf-, Knie- und Fußbäder sowie Räumlichkeiten für die Gäste. Bad Baden und Erholen wurde hier immer beliebter, denn die unberührte Natur von Rügen übte eine ganz besondere Faszination auf die Gäste aus. Nachdem das Bad geschlossen wurde, plante man die Erweiterung des Mineralbades, was aber niemals realisiert wurde. Nachdem dann das Seebad Putbus gegründet wurde, wurden sämtliche Planungen verworfen, bis im Jahre 1818 ein bürgerlicher Pächter nochmals den Badebetrieb aufnahm. Allerdings konnte das Bad niemals seine vorherige Beliebtheit erlangen und wurde im Jahre 1833 entgültig geschlossen.


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