Schlosskirche Putbus im Rügen-Lexikon
Putbus gehörte bis in das Jahr 1840 zu der Kirchengemeinde Vilmnitz und wurde erst danach
eine eigenständige Kirchengemeinde, die allerdings nicht über eine eigene Kirche verfügte.
Die Gottesdienste fanden damals in der Kapelle des Schlosses Putbus statt. Bei einem Brand
am 23. Dezember des Jahres 1865 wurde die Kapelle, zusammen mit weiten Teilen des
Schlosses sehr stark zerstört. Daraufhin plante der Fürst Wilhelm Carl Gustav Malte zu
Putbus den Umbau des Residenztheaters zu einer Kirche. Aufgrund der zahlreichen
Widerstände der Einwohner scheiterte dieses Vorhaben jedoch. So kam es dazu, das man in
den Jahren 1891 und 1892 den Kursaal, der sich im Schlosspark befand, zu einer Kirche
umbaute. Hierzu wurde der nördliche Bereich teilweise abgerissen und zu einer Eingangshalle
umgebaut. Zudem wurden hier zwei Turmgeschosses errichtet und der Turm selbst wurde im
Stil eines Campanile errichtet. Im südlichen Bereich entstanden zum einen Wohnungen und
zum anderen eine Sakristei. Bis heute wird diese als Winterkirche und als Gemeindesaal
genutzt. Im Jahre 1892 am Reformationstag erfolgte dann die Weihe der neuen Kirche von
Putbus. Über viele Jahre hinweg kümmerte sich niemand weiter um die Instandhaltung der
Kirche, was dazu führte, dass sie im Jahre 1993 von der Polizei gesperrt wurde. Die Sperrung
führte zu umfangreichen Sanierungsarbeiten, die insgesamt mehr als drei Millionen Euro
verschlungen haben. Inzwischen ist die dreischiffige Kirche an der Rückseite mit einem
Keller versehen und hat am nördlichen Anbau einen Kirchturm. Nachdem in den 1960er
Jahren das Schloss Putbus abgerissen wurde, ist die Schlosskirche das wichtigste Gebäude im
Schlosspark.


