Schloss Spyker im Rügen-Lexikon
Eines der größten touristischen Highlights auf der Insel Rügen in der Ostsee ist das Schloss
Spyker, das sich auf der Gemarkung der Gemeinde Glowe befindet. Im Jahre 1318 wurde
Spyker erstmals erwähnt und gehörte damals der Patrizierfamilie von Külpen aus Stralsund.
Eine Tochter aus diesem Hause heiratete im Jahre 1344 in die Familie von Jasmund ein,
sodass der spykersche Zweig derer von Jasmund gegründet wurde. Allerdings starb er 1648
ohne weitere Nachfahren aus. Rügen fiel nach dem Dreißigjährigen Krieg, im Jahre 1648 an
Schweden. Königin Christine von Schweden belehnte den schwedischen Feldmarschall Carl
Gustav Wrangel mit dem freien Besitz von Spyker. Er veranlasste, dass die damalige Burg,
die von einem beeindruckenden Wehrgraben umgeben war, zu einem Schloss umgebaut
wurde. Er lies das Renaissanceschloss auch in den schwedischen Falu rödfärig streichen, was
für Rügen sehr untypisch ist. Nach seinem Tod ging das Schloss in den Besitz seiner Tochter
über, die die Gemahlin des Herrn zu Putbus war. Nachdem die napoleonischen Truppen
Spyker als Sitz des französischen Gouverneurs in Anspruch nahmen, kam es 1815 in den
Besitz des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus. Im Besitz dieser Familie bliebt das Schloss
dann, bis zur Bodenreform im Jahre 1945. In den nächsten Jahren verfiel das Schloss und
wird nun seit 1990 als Hotel genutzt. Hierzu hat man es nach historischen Vorlagen
umfangreich renoviert und saniert, sodass heute 35 Zimmer im schönsten Glanz erstrahlen. Im
Jahre 2006 wechselte das Schlosshotel für rund 850.000 Euro den Besitzer. Gekauft hat es der
Architekt Dominik von Böttinger, der das Hotel und auch die Gaststätte weiter betreiben
möchte und zusätzlich ein Kulturzentrum mit Ausstellungen, Konzerte und Lesungen geplant
hat.


