Gustow im Rügen-Lexikon
Die Gemeinde Gustow auf der Ostseeinsel Rügen befindet sich im Südwesten von Rügen am
Strelasund, einer Meerenge, durch die Rügen vom Festland getrennt wird. Rund Sechs
Kilometer vom Ort entfernt liegt der bekannte Rügendamm. Neben der Halbinsel Drigge
gehören zu Gustow noch die Orte Gustow, Nesebanz, Prosnitz, Sissow und Warksow.
Abgeleitete wird der Name der Gemeinde von dem slawischen Wort Gostov, was soviel wie
Ort des Gost bedeutet. Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein waren der Hof und das Dorf im
Besitz der von den Osten auf Plüggentin. Wizlaw der Erste verkaufte im Jahre 1234 einer
Witwe von Barnekow eine Rente. Diese fiel im Jahre 1330 an das Kloster in Bergen. Die
Gemeinde ist eine sehr ruhige Gegend und doch gibt es hier so einiges an
Sehenswürdigkeiten, wie die Prosnitzer Schanze, die aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges
stammt. Die Franzosen erweiterten die Schanze im Jahre 1808 zu einem Fort. Des Weiteren
sehr sehenswert ist die Gustower Kirche, die im Jahre 1677 völlig zerstört und um 1708 bis
1734 wieder komplett rekonstruiert wurde. Nordöstlich der Kirche von Gustow befindet sich
eine Mordwange aus dem Jahre 1510. Hierbei handelt es sich um Sühnesteine, die eine
Besonderheit auf Rügen sind. Gestiftete wurde die bei Gustow im Gedenken an den Prediger
Thomas Norbeger, der einer Legende zufolge von einem betrunkenen Bauern erschlagen
wurde. Der Sühnestein besteht aus Granit und ist rund 60 Zentimeter breit. Er ragt
zweieinhalb Meter aus dem Boden heraus auf zeigt auf der Vorderseite ein Kruzifix mit zwei
Engeln und einen knienden Mann, der ein Schwert auf dem Kopf hat. Auf der rechten Seite
sieht man ein Abendmahlskelch und ein Wappen mit einer Hausmarke.


